Sprachlos

22 11 2010

Ich bin traurig. Es ist einfach beschämend, wie vollkommen bizarr unser Zeitalter in den Geschichtsbüchern wahrscheinlich vermerkt wird.

Als ich heute im Chat auf Jesus.de unterwegs war, kopierte eine Freundin von mir folgenden Link dort hinein: Artikel

Mir blieb einfach die Sprache weg. Es reicht nicht, dass wir Menschen meinen, dass wir über das Leben anderer entscheiden dürfen. Nein, wir Menschen wollen so dringend Anerkennung und Aufmerksamkeit, dass wir sogar die naturgegebene Liebe, die eigentlich jedes Tier gegenüber seiner Brut empfindet, verdrängen? Was ist das für eine Zeit, in der wir leben? Ich kann noch nicht einmal begreifen, wie eine Mutter ihr Kind willentlich aufgeben kann, umso perverser ist für mich die Idee, eine Entscheidung über Leben und Tod dem Internetnutzer zu überlassen, der keinerlei Bindung zu diesem ungeborenen Kind aufweisen kann.

Überlegen wir mal:

Möglichkeit 1 – Die User entscheiden sich für eine Abtreibung. Die Eltern haben zwar die Verantwortung, die diese Entscheidung mit sich bringt, abgegeben. Aber an wen? Ist die Mehrheit der Gesellschaft fähig, ethisch-moralische Grundsätze, Gerechtigkeit und die Menschenrechte in ihre Entscheidung mit einfließen zu lassen? Oder waren es vielleicht die “Bild”-Leser, die ein wenig Unterhaltung und Macht über das Leben haben wollten? Wie können sich die Eltern auf so etwas einlassen?

Möglichkeit 2 – Die User entscheiden sich gegen eine Abtreibung. Das Kind lebt und erfährt von seinen Eltern (oder Medien, Freunden, etc.), dass es nur lebt, weil sich völlig Unbekannte dafür eingesetzt haben. Wie ist da dann das Elternbild? Wie kann man bei so einem Wissen halbwegs “normal” aufwachsen? Ich würde mir wünschen, dass das Kind die Eltern ordentlich verklagen könnte.

Es haben sich auf der Internetseite auch ein paar Leute gemeldet, die das Kind gerne adoptieren würden, selbst wenn die Mehrheit gegen das Leben stimmen würde. Ein winziger Lichtblick in dieser verdammten Welt.





Märchen

30 10 2010

Es war einmal ein kleiner Junge mit einem Traum. Er wollte, dass sich das schönste, klügste und zu ihm am besten passendste Mädchen der Welt in ihn verliebte und ihn heiratete.
Die Jahre vergingen und er traf wunderschöne Mädchen, traf sehr kluge Mädchen, traf Mädchen, die genauso waren wie er und traf Mädchen, die das totale Gegenteil von ihm waren. Er fand auch ein paar, die gleich zwei dieser, für ihn so wichtigen, Eigenschaften besaßen. Er dachte sogar einmal, dass er ein Mädchen gefunden hatte, dass alle drei Eigenschaften in sich vereinte. Allerdings wollte dieses Mädchen den kleinen Jungen leider nicht heiraten und der kleine Junge merkte, dass sie deshalb vielleicht doch nicht so ganz gut zusammenpassten.

Mit der Zeit wurde der kleine Junge zu einem Jüngling und ab da suchte er nach einem Fräulein, das die schönste, klügste und am besten zu ihm passendste Person der Welt war.
Wieder vergingen einige Jahre und wieder traf er viele verschiedene Fräuleins und wieder fand er scheinbar eine, die perfekt hätte sein können. Aber auch sie wollte ihn nicht heiraten und so zog er weiter.

Im Laufe seiner Reise wurde der Jüngling, wie alle Menschen, immer älter und reifte zu einem Mann heran. Der Mann wurde der Suche mit jeder Frau, die nicht die eine war, die er suchte, langsam überdrüssig. Er hatte immernoch seinen Traum aus Kindertagen und wollte nicht mehr suchen, er wollte finden.
Und so schuf er sich Ablenkungen. Er verdrängte seinen Traum und seine Wünsche und passte sich der Welt an. Er verdiente Geld, kaufte sich viele Dinge, suchte sich Freunde, suchte sich Hobbys, bildete sich weiter und lernte viel über die Welt und das Wesen des Menschen.

Aber wenn es Nacht wurde und er in sein Bett ging, träumte er von der einen Frau. Die Frau, die zu ihm gehörte und zu der er gehörte. Er träumte vom Ganzen, davon, nicht mehr ein Einzelstück zu sein. In seinen Träumen war er glücklich.





Stuttgart 21

5 10 2010

Ein Student der PH Heidelberg schreibt:

“[...] Es geht um einen Bahnhof – aber nicht nur.
Es geht um 200 Jahre alte Bäume – aber nicht nur.
Es geht um Milliardenbeträge, die sinnlos vergaben werden sollen – aber nicht nur.
Spätestens seit dem Gewaltexzess beim Polizeieinsatz am 30. September im Stuttgarter Schlosspark geht es um nicht weniger als die Verteidigung der Demokratie in Baden-Württemberg. Weil die CDU glaubt, mit Gewalt beweisen zu müssen, dass ihr allein Baden-Württemberg gehört, droht mindestens ein Mensch, sein Augenlicht zu verlieren, hunderte weitere wurden verletzt.
Dagegen müssen wir uns wehren, egal, ob wir uns für Verkehrspolitik, für Bäume oder für Landesfinanzen interessieren! [...]“

Jah, lasst uns gegen Stuttgart 21 demonstrieren, obwohl wir uns eigentlich garnich dafür interessieren!
Wie blöd kann man eigentlich sein?





Neuer Negativrekord

24 09 2010

Gestern Nacht hab ich es geschafft. Ich war  so lange wach, dass ich in der Küche zwei Mitbewohner beim Frühstück angetroffen habe. Traurig..

Aber! Am Montag geht es nach Berlin :D

Ich freu mich wie an Weihnachten, das wird voll genial mitm Marcäs. Wir besuchen dort die WG von Hannes, Tobse, Arthur, Lukas und Hase. Mal schaun, wie Berlin auf mich wirkt, ich hab da ja eine relativ anspruchsvolle Vergleichsmöglichkeit mit Heidelberg.





Liebes Tagebuch

23 09 2010

Woran merkt man, dass dem Albert langweilig ist? Genau, er macht sinnlose Dinge im Internet. Ob auf Facebook, StudiVZ, Sportal.de, Jesus.de oder Mangastream.com surfen, dämliche Artikel auf seinem Blog schreiben, die keinen interessieren, oder so wie jetzt, das Design seines Blogs ändern. Völlig egal! Hauptsache, sich vom Studium und den dazugehörigen Vorbereitungen ablenken.

(Wieder ein paar nutzlose Informationen, die keinen interessieren..)





Mein Leben als .. Hobbykoch

11 09 2010

Mir ist langweilig. Die Menschen um mich herum sind entweder am Lernen, oder nicht da. Ich würde ja was lesen, aber alle meine spannenden Bücher habe ich schon zwei mal durch und Raphi, der den gleichen Lesegeschmack hat wie ich, ist nicht da um mir eines seiner Bücher auszuleihen. Heute ist so ein Tag, an dem ich etwas tun muss. Fußball wäre perfekt, aber wir waren ja am Mittwoch schon kicken. Für einen Film habe ich zu viel Energie, ich würde eh nicht aufpassen.

Also tue ich das, was noch übrig bleibt: Ich esse. Aber halt, das ist die Idee! Ich springe aus meinem Sessel und fische mein “Studentenkochbuch” aus dem Regal. Hm, mal sehen, wie wäre es mit Spagetti. Die Soße hört sich lecker an, ich könnte statt Parmesan einfach Feta in die Soße mischen. Ich glaub, die werde ich jetzt kochen. Moment! Auf der nächsten Seite steht Lasagne! Sowas wollte ich doch schon immer mal ausprobieren! Allzu schwer sieht das Rezept auch nicht aus. Okay, was brauche ich dazu..

Da mein Vorratsschrank nur begrenzt Ablagefläche bietet, muss ich zum Edeka um frische Tomaten, eine Zwiebel, die Lasagneplatten und das Hackfleisch zu kaufen. Ich kaufe für vier Portionen ein, weil ich nicht alleine essen will. Also 400g Hackfleisch, und fünf Tomaten.

Zuhause angekommen, lege ich alles ersteinmal beiseite und suche mir jemanden, der Hunger hat und sich an meiner Gesellschaft nicht sonderlich stört. Lukas ist schnell gefunden und erklärt sich bereit, meine Kochkünste auszuhalten. Zurück in der Küche fange ich an, die Zwiebel zu würfeln. Danach kippe ich etwas Olivenöl in die Bratpfanne und lasse das Öl heiß werden. In der Zwischenzeit wasche, entkerne, schäle und würfle die Tomaten. Jetzt die Zwiebeln leicht anbraten und das Fleisch dazu. Kräuter, Salz und Pfeffer nicht vergessen und nachdem das Fleisch gut angebruzelt ist, die Tomaten und etwas Tomatenmark unterrühren. Herd auf mittlere Stufe stellen und 20 Minuten köcheln lassen. Fängt schonmal gut an.

Jetzt wirds komplizierter. Mehl und Butter in einer Kasserolle (ein kleiner Topf mit Griff, danke Wikipedia)  vermischen und Milch und Parmesan dazugeben. Klingt leicht. Nach dem zweiten fehlgeschlagenen Versuch die Butter nicht schäumen und das Mehl nicht anbrennen zu lassen, geht der Feuermelder los. Hurra. Nach fast einer Minute piepen geht er wieder aus und ich versuche es zum dritten Mal und diesmal klappt es! Strike! Leider ist die Küche ziemlich verraucht und ich musste schon fast eine ganze Packung Butter opfern. Egal, die Soße braucht jetzt Aufmerksamkeit.

Nachdem die Soße einigermaßen gut gewürzt und schön verrührt ist, hole ich die Auflaufform und beginne, die Lasagne zu bauen. Hackfleisch – Soße – Nudelplatte – Hackfleisch – Parmesan – Nudelplatte – Hackfleisch – sehr viel Soße – Nudelplatte – Scheibenkäse als Krönung.

Mist, vergessen den Ofen vorzuheizen.

Das Essen war meiner Meinung nach sehr lecker, der Wein war etwas zu sauer und eine Portion blieb am Ende übrig. Das heißt, ich muss mich morgen noch mehr langweilen, weil ich nichts kochen muss…….





Mein Leben als .. Genieser

10 09 2010

Es ist Sommerabend in Schriesheim. Chillige Musik läuft auf der Anlage. Ich klappe meinen Laptop zu und lehne mich in meinem Ikea-Sessel zurück. Genug Facebook, StudiVZ, Youtube, ICQ, Mails und whatever. Vorsichtig und langsam nehme ich meinen Laptop vom Schoß und lege ihn auf den Boden neben mich. Das Kabel der externen Festplatte verhädert sich diesmal nicht mit dem Stromkabel des Laptops – Glück gehabt.

Ich stehe auf und strecke zuerst meine Beine, dann meine Arme. Dieser Sessel ist super-bequem, aber ich habe die Vermutung, dass wenn man darin die Zeit vergisst, tut das weder den Beinen, noch dem Rücken allzu gut. Aber auf jeden Fall meiner Seele.

Ich schlendere zur Zimmertür, öffne sie, ziehe meine Hausschlappen an und gehe gemütlich in die Küche. Dort angekommen schaue ich in den Kühlschrank und entdecke dort, neben einer noch verschlossenen Packung Salami und ein paar Becher Schoko-Pudding, meinen Lieblingskäse. “Sehr schön”, denke ich, drehe mich zu meinem Schrank und suche mir meine Vollkorn-Toastbrot-tüte heraus. Toast aus der Tüte raus, Toast in den Toaster rein, warten.

Solange der Toast grillt, nehme ich mir einen mittelgroßen Teller aus dem Regal und öffne wieder den Kühlschrank, um mir den Käse heraus zu nehmen. Während ich noch überlege, ob ich die ganze Packung mitnehmen soll, springt mein Toast auf. Ich lege die zwei Scheiben auf meinen Teller und nehme dann doch den ganzen Käse und schlendere wieder zurück in mein Zimmer.

Dort angekommen, stelle ich beide Dinge auf den Tisch neben meinem Sessel. Ich nehme mir mein Glas und eine Flasche Rotwein aus meinem Getränke-Eck und lasse mich wieder in meinen Sessel plumsen. Die Flasche ist schnell aufgemacht und ich schenke mir das leckere “Blut der Erde” in mein Glas. Ich belege den ersten Toast mit einer Scheibe Käse und beiße ab.

Der Käse ist weich und schmeckt herb. Meine Zunge ergötzt sich an diesem wohltuenden Gefühl und ich koste diesen ersten Bissen voll aus. Meine Hand legt sich um mein Glas und ich nehme einen Schluck vom Wein. Der Wein ist fruchtig und etwas sauer, aber sehr angenehm im Abgang. Auch diesen ersten Schluck geniese ich in vollen Zügen.

Als sich die beiden Käsebrote in meinem Magen befinden und mein Weinglas halb leer ist, lehne ich mich mit dem Glas in der Hand genüsslich zurück. Ich lausche der immernoch laufenden Musik, auf der Playliste steht “Ayo – Down On My Knees”. Langsame Soulmusik mit viel Gefühl, hauptsächlich Melancholie.

Während ich mich mit geschlossenen Augen der Musik ergebe und ab und zu an meinem Wein nippe, merke ich, dass ich zufrieden bin. Zufrieden mit der Situation, in der ich mich befinde, zufrieden mit dem, was ich kann und zufrieden mit dem, was ich habe. Mein Leben ist reich beschenkt.





The Look

19 06 2010




Tjoa..

6 06 2010

Meine Haare sind Geschichte :D





Mein Leben als .. Schlafliebhaber

18 05 2010

Der Wecker klingelt. Schon wieder morgen. Ersteinmal blind nach meinem Wecker schlagen und dann die Augen langsam öffnen und behutsam blinzeln. Schon wieder “muss” ich aufstehen. Ich merke, ich habe die Rolladen in meinem Zimmer am Abend nicht ganz heruntergelassen, deshalb ist es in mein Zimmer verhältnismäßig hell. Sobald ich allerdings ein wenig zu mir komme, sehe ich, dass die Sonne heute wieder nicht scheint. Wie soll man da aufstehen wollen? Ich drehe mich zu meinem Wecker und schaue auf die Anzeige. Sie zeigt mir, dass es jetzt 6:47 Uhr ist. Und schon sind 2 Minuten meines kostbaren Sleepfunktionspuffers dahin. Bleiben noch 5 Minuten, in denen ich weiter zur Besinnung komme und nachdenke. Oder es zumindest versuche. Ich merke, wie kalt es an den Hautstellen ist, die nicht unter der Decke sind und kuschele mich wärmesuchend tiefer in die Decke und drehe mich dabei mit dem Gesicht zur Wand. Wunderschöne Wand. Ich fühle mich immer besser und merke, wie meine Augenlieder langsam wieder zufallen.

NEIN! Ich darf nicht wieder einschlafen! Ich muss meinen Sleeptimerpuffer voll auskosten und die Wärme geniesen ohne wieder einzuschlafen, weil ich weiß, dass ich dann wieder ganz von vorne anfangen muss. Aber es ist schwer die Augen aufzuhalten. Nach jedem Blinzeln wird es schwieriger die Augen wieder aufzuschlagen, die Phasen, in denen meine Lieder meine Augen verdecken werden immer länger. Ich merke, wie ich mich wieder entspanne.

Nein! Nicht schonwieder einschlafen. Blinzeln ist okay, aber die Lieder nicht zu lange gesenkt halten. Es ist so schön warm. Ich grabe mich noch tiefer in meine Decke und geniese es in vollen Zügen. Ich entspanne mich wieder und befinde mich zwischen Wachsein und völliger Entspannung. “Lass los”, murmelt eine Stimme. “Es ist so schön warm, du kannst deine Augen bestimmt mal kurz schließen”. Jah..

PIEEEEP!!!

Ich reiße meine Augen auf. Mein Wecker klingelt wieder. Sofort bereue ich, dass ich mich wieder einlullen haben lasse und greife mit meinem linken Arm über mein Nachttisch und erwische meinen Wecker wieder an der Sleepfunktion. Während ich das tue, merke ich, wie die Kälte sich wieder auf der Haut meines Armes ausbreitet. Schnell ziehe ich ihn wieder unter die Decke und fühle mich gleich viel wohler. Immerhin bin ich ein wenig wacher, als das erste Mal. Mal überlegen, was für Vorlesungen habe ich heute denn? Heute ist Montag, das heißt, meine erste Vorlesung ist Religionspädagogik. Mein erster Gedanke zu der Vorlesung ist: “Muss ich da heute wirklich hin?” Ich sollte eigentlich schon, aber es gibt doch eh keine Anwesenheitsliste. Ach mist, ich muss ja dafür meine Mitschriebe am Semesterende vorlegen, wenn ich meinen Schein will. Aber ich will nicht aufstehen. In meinem Bett ist es so schön kuschlig warm. Außerhalb der Decke ist es schrecklich kalt. Ob es wohl etwas ausmacht, wenn ich heute nicht komme? Meine Gemütlichkeit (manche nennen es auch Faulheit) beginnt die Oberhand zu gewinnen. Warm. Bequem. Leicht. Einfach die Augen zumachen.

Nein! Gestern habe ich doch zugesagt, als meine Mitbewohnerin mich gefragt hat, ob ich auch Kaffee will und sie mir einen mitmachen soll. Ich kann sie doch nicht einfach auf meinem Kaffee sitzen lassen.

[...]

Schlussendlich stehe ich doch auf. Leider aber so spät, dass ich nur wenig Zeit habe, um meinen Kaffee zu trinken und meine Sachen zu packen. Für ein Frühstück reicht es leider nicht.

Mittwoch kann ich endlich wieder ausschlafen..








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