Ich bin traurig. Es ist einfach beschämend, wie vollkommen bizarr unser Zeitalter in den Geschichtsbüchern wahrscheinlich vermerkt wird.
Als ich heute im Chat auf Jesus.de unterwegs war, kopierte eine Freundin von mir folgenden Link dort hinein: Artikel
Mir blieb einfach die Sprache weg. Es reicht nicht, dass wir Menschen meinen, dass wir über das Leben anderer entscheiden dürfen. Nein, wir Menschen wollen so dringend Anerkennung und Aufmerksamkeit, dass wir sogar die naturgegebene Liebe, die eigentlich jedes Tier gegenüber seiner Brut empfindet, verdrängen? Was ist das für eine Zeit, in der wir leben? Ich kann noch nicht einmal begreifen, wie eine Mutter ihr Kind willentlich aufgeben kann, umso perverser ist für mich die Idee, eine Entscheidung über Leben und Tod dem Internetnutzer zu überlassen, der keinerlei Bindung zu diesem ungeborenen Kind aufweisen kann.
Überlegen wir mal:
Möglichkeit 1 – Die User entscheiden sich für eine Abtreibung. Die Eltern haben zwar die Verantwortung, die diese Entscheidung mit sich bringt, abgegeben. Aber an wen? Ist die Mehrheit der Gesellschaft fähig, ethisch-moralische Grundsätze, Gerechtigkeit und die Menschenrechte in ihre Entscheidung mit einfließen zu lassen? Oder waren es vielleicht die “Bild”-Leser, die ein wenig Unterhaltung und Macht über das Leben haben wollten? Wie können sich die Eltern auf so etwas einlassen?
Möglichkeit 2 – Die User entscheiden sich gegen eine Abtreibung. Das Kind lebt und erfährt von seinen Eltern (oder Medien, Freunden, etc.), dass es nur lebt, weil sich völlig Unbekannte dafür eingesetzt haben. Wie ist da dann das Elternbild? Wie kann man bei so einem Wissen halbwegs “normal” aufwachsen? Ich würde mir wünschen, dass das Kind die Eltern ordentlich verklagen könnte.
Es haben sich auf der Internetseite auch ein paar Leute gemeldet, die das Kind gerne adoptieren würden, selbst wenn die Mehrheit gegen das Leben stimmen würde. Ein winziger Lichtblick in dieser verdammten Welt.
